Für die Versorgung von drei Mietshäusern und einem Appartementhaus mit rund 100 Teilnehmern

Anforderungen

Die zentrale Empfangsanlage von drei 6-geschossigen Mietshäusern und einem 5-geschossigen Appartementhaus mit insgesamt 100 Wohneinheiten sollte modernisiert werden.
Die vorhandene Versorgung über eine Kopfstelle mit 15 Programmen sollte wegen altersbedingter Ausfälle und der Nachfrage nach HD-Programmen vollständig ersetzt werden. Hierbei sollte mit einem geringstmöglichen Aufwand der größte Nutzen erzielt werden. Bauliche Gegebenheiten spielten dabei eine wichtige Rolle: Die vorhandenen Leitungen sollten genutzt werden und eine Ausfallzeit während der Umstellung sollte vermieden werden.

Eine möglichst hohe Anzahl an TV-Programmen war aufgrund unterschiedlicher Nationalitäten der Bewohner gewünscht. HD-Empfang war unbedingt zu gewährleisten. Das System sollte ausbaufähig sein, da ein TV-Anschluss pro Wohneinheit nicht zeitgemäß ist.
Die eingesetzte Technik sollte in allen Gebäuden/Einheiten gleichermaßen eingesetzt werden können. Das System sollte möglichst einfach und zentral verwaltet werden können.

Gegebenheiten

In allen drei Mietshäusern handelte es sich um eine Etagensternverkabelung, bei der die (vertikal) Etagenleitung in der Etagenverteilung auf die einzelnen Wohneinheiten (horizontal) sternförmig verteilt wurden. Pro Etage gibt es 2 bis 3 Wohneinheiten. Hier konnten neue „Backbone“-Leitungen verlegt werden.
Im 5-geschossigen Appartementhaus gab es in der ersten Etage eine Verteilung, von der aus die neun Appartements pro Etage unter Putz versorgt wurden. Von der ersten Etage wurden bis zur vierten Etage die Appartements per Steigleitung unter Putz versorgt. Zusätzlich gingen von dieser Verteilung die Leitung für das Erdgeschoß und für die fünfte Etage (mit sieben Empfangsstellen) jeweils unter Putz ab. Hier musste mit der vorhandenen Verkabelung ausgekommen werden.

Entscheidung

Durch die Vorgaben waren die Möglichkeiten der einzusetzenden Technik bereits sehr eingeschränkt. Moderne Kopfstellentechnik oder Unicable kamen nicht in Betracht. Nur die programmierbare Einkabeltechnik von POLYTRON konnte alle Anforderungen vollständig erfüllen.
Zum Einsatz kam die kompakte Lösung PolySelect TSM 1000 in Verbindung mit dem Durchlass-Filter TSM-SAB 07. Das Satellitensignal kommt von einer Satellitenantenne OSP 90 in Verbindung mit dem OSP-AP 94 Universal-Quattro-LNB. Insgesamt kamen fünf Verstärker SUV 28116 N/ P65 zum Einsatz. Damit konnten 25 Transponder mit über 100 Programmen verteilt werden.

Umsetzung

Dank der sehr geduldigen und ausgesprochenen fachkundigen Unterstützung der Herren Haag und Jäger bei POLYTRON konnte das Projekt praktisch ohne Störung des Empfangs umgesetzt werden und die eine oder andere Schwierigkeit schnell und effektiv gelöst werden. Eine Schwierigkeit lag beim Erreichen des nötigen Pegels. Die Lösung hierfür lag im Verstärker SUV 28116 N/ P65, der auch in Kaskade die Signalqualität nur unwesentlich beeinflusst.
Hier eine schematische Darstellung des Verteilplanes:

Zunächst wurde die Empfangsanlage aufgebaut und in jedem Mietshaus eine neue Backbone-Leitung parallel zur alten Leitung mit den Etagen-Abzweiger verlegt.
Zum Schutz vor Fremdspannung an den Sat-Receivern wurden an jedem Abzweiger ein DC-Blocker und an jeder Empfangsstelle eine neue SAT-Dose ohne Gleichspannungsdurchgang installiert. Damit war die Qualität der Antennendosen sichergestellt.
Im Appartementhaus wurde die Verteilung neu installiert, da die vorhandene für die SAT-Frequenzen nicht geeignet war. Dann wurden die SAT-Dosen durch die gleichspannungsgesperrten DS10 ersetzt.
Zu diesem Zeitpunkt war die alte Kopfstelle noch in Betrieb. Im Appartementhaus wurden über eine Einspeiseweiche gleichzeitig das analoge, wie das Satellitensignal in das Verteilnetz eingespeist.
Dann wurden im Appartementhaus die vorbereiteten und bereits komplett programmierten SAT-Receiver in den Appartements installiert. Dabei konnten ohne Empfangsausfall alle Empfänger auf die neue Technik umgestellt werden.

In den Mietshäusern wurden die Wohneinheiten in Absprache mit den Mietern durch trennen der Wohnungsantennenleitung vom alten System und Anschluss an das neue System ebenfalls ohne Ausfall nacheinander umgestellt. Die in der Praxis häufig anzutreffende Verteilung des Signales innerhalb der Wohneinheiten mit T-Stücken stellen bei dieser Installation keine Probleme dar. Das System arbeitet ohne Ebenenumschaltungen, so dass nur der verbleibende Pegel entscheidet, ob es zu Empfangsproblemen kommt. Durch die DC-Blocker sind zumindest die Receiver der anderen Teilnehmer außerhalb der Wohneinheit vor Fremdspannung geschützt.

Als Satellitenreceiver kamen die preiswerten, aber sehr robusten COMAG SL40 HD zum Einsatz. Sie sind einfach in der Bedienung, FULL-HD und PVR fähig haben einen HDMI und SCART Ausgang und es kann in wenigen Sekunden über die USB Schnittstelle die spezielle Konfiguration eingelesen werden. Das ist in Appartementhäusern von unschätzbarem Wert, da die wechselnden Bewohner die Konfiguration oft umstellen. Außerdem können nicht nur die aufgezeichneten Sendungen wiedergegeben werden, sondern auch die meisten Audio- und Videodateien von USB Datenträgern.
Diese SAT-Receiver wurden in allen Appartements ausgestellt und allen Mietern zum Kauf angeboten, was gerne angenommen wurde. Den anderen wurde eine Transponderliste zur Verfügung gestellt und allgemein erklärt, wie die Receiver eingestellt werden sollen, um alle eingespeisten Programme empfangen zu können.

Erfahrungen

Nach nun mehr als zwei Jahren im Einsatz kann man guten Gewissens sagen, dass diese Technik – einmal sauber installiert – ohne jeden Pflegeaufwand enorm zuverlässig funktioniert. Außer der Frequenzumstellung im April 2012 wurden keine Arbeiten an der Anlage durchgeführt. Die Programmvielfalt und die Qualität des TV-Empfangs findet bei den Nutzern große Zustimmung.

Am besten lässt sich dies durch die Aussage des Eigentümers formulieren:
„No news are good news“
oder auf schwäbisch: „net gschumpfa isch globt gnug“

Thomas Jelicic, PC-Dienstleistungen